Hochbau

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Bei der Errichtung von Häusern und anderen Bauwerken wird zwischen dem Hochbau und dem Tiefbau unterschieden. Als Hochbau wird der Teil des Gebäudes oder Bauwerkes bezeichnet, der oberhalb der Geländeebene (Erdoberfläche) errichtet wird und somit sichtbar ist. Der Keller und die im Boden eingelassenen Fundamente hingegen gehören beispielsweise zum Tiefbau.

Die verschiedenen Hochbauprojekte werden aufgrund ihrer Nutzung und den Anforderungen an ihre Gestaltung, Konstruktion, technische Einrichtung und Wirtschaftlichkeit diesen acht verschiedenen Kategorien einordnen:

  • Verwaltungs- und Bankengebäude,
  • Immobilien für Schulen und Forschungseinrichtungen,
  • Industrie- und Produktionsgebäude,
  • Gebäude, die vom Gesundheitswesen genutzt werden (Krankenhäuser, Ärztehäuser, Polykliniken, medizinische Zentren),
  • Museen, Theater, Sakralbauten und weitere Veranstaltungsbauten,
  • Wohnbauten, -heime und Hotels,
  • Einkaufszentren und Kaufhäuser,
  • Sportstätten und Freizeitanlagen.

Hinzu kommen noch die Brücken und Schleusen (auf künstlichen Wasserstraßen).

Großbaustelle für Hochhäuser. (Quelle: pixabay.com/Michael Gaida)

Welche Ansprüche müssen die Gebäude erfüllen?

Bei Verwaltungs- und Bankengebäuden werden hohe Ansprüche an die Außenwirkung gestellt, die Innenräume sollen meist flexibel, einheitlich und funktional aufgeteilt sein. Bei Gebäuden, die beispielsweise als Schulen oder für die Forschung genutzt werden, sind die Ansprüche an die Gestaltung eher gering. Besonders wichtig sind hier funktionale und wirtschaftliche Aspekte.

Die Gebäude für das Gesundheitswesen sind – genau wie die für die Verwaltung und für Banken – meist gerastert. Hier werden an die Funktion und vor allem an die technische Infrastruktur sehr hohe Anforderungen gestellt.

Bei Wohnhäusern, Wohnheimen und Hotels bestehen wiederum hohe Anforderungen an die Gestaltung und die Wirtschaftlichkeit. Hohe Anforderungen an die technische Einrichtung, die Gestaltung und die Konstruktion gelten bei Veranstaltungsbauten. Sowohl bei Einkaufszentren, Kaufhäusern, Sportstätten, Freizeitanlagen, Industrie- und Produktionsgebäuden bestehen hohe Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit. Bei den Sportstätten und Freizeitanlagen werden zudem sehr hohe Anforderungen an die Konstruktion gestellt.

Bei den Brücken und Schleusen sind sich die Fachleute nicht einig, ob diese ebenfalls zu den Hochbauten zu zählen sind. Wir haben sie in diese Aufzählung mit eingefügt.

Neben dieser prinzipiellen Einteilung gibt es auch Mischformen, bei denen verschiedene Nutzungsformen kombiniert werden. Als klassisches Beispiel sollen hier die Wohn- und Geschäftshäuser dienen. Im Gebäude mancher Bäckerei ist oft eine Wohnung untergebracht, in der der Inhaber mit seiner Familie wohnt. Produktionsgebäude mit Verwaltungseinheiten gelten ebenfalls als Mischform.

Welcher Personenkreis hat mit dem Hochbau zu tun?

Alle am Bauprojekt Beteiligten können in diese fünf Gruppen eingestuft werden:

  • Auftraggeber / Bauherr,
  • Nutzer der Immobilie (Käufer, Mieter, Eigentümer),
  • Berater und Planer (Architekten, Bauingenieure und Ingenieure aus weiteren Bereichen, die mit dem Bauwesen zu tun haben),
  • Behörden (beispielsweise die Genehmigungsstellen),
  • Ausführende (Handwerksbetriebe, Bauunternehmen inklusive Subunternehmen).

Wenn der Auftraggeber über entsprechende Kenntnisse verfügt, kann er die Planungsarbeiten auch selbst vornehmen. Zudem kann ein Teil der Bauarbeiten als Eigenleistung erbracht werden.

Welche Konstruktionsarten werden im Hochbau eingesetzt?

Hochbauten werden entweder in

  • Massivbauweise,
  • Skelettbauweise (bekannt auch als Fachwerk und Umgebinde),
  • Holzrahmenbauweise,
  • Schottenbauweise und
  • Systembauweise

errichtet. Auf welche Bauweise bei einem Bauvorhaben zurückgegriffen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Diese Materialien finden im Hochbau ihren Verwendung

Natürlich werden beim Hochbau eine Vielzahl an Materialien eingesetzt. Grundlegend unterscheidet man zwischen fünf Kategorien. Zu diesen gehören der

  • Stahlbau und Stahlbetonbau,
  • Lehmbau und Mauerwerksbau,
  • Trockenbau,
  • Holzbau und die Holztafelbauweise sowie
  • Dämmstoff bzw. die Mineralwolle.

Im Übrigen können Hochbauten sowohl im Rohbau, im ausgebauten als auch im schlüsselfertigen Zustand übergeben werden.

Beim Hochbau finden viele Materialien Anwendung. (Quelle: pexels.com/Philipp Birmes)

Verschiedene Aufgaben im Hochbau

Mit der Planung der Hochbauten sind in der Regel Architekten und Bauingenieure betraut. Diese begleiten die Bauvorhaben auch. Die Kreativität kommt dabei keineswegs zu kurz, sollen die meisten Gebäude doch nicht nur ihren funktionellen Zweck erfüllen, sondern zugleich ästhetisch wirken.

Zugleich sollen sie sich auch in die Umgebung einfügen oder einen völligen Kontrast dazu darstellen. Die Bauingenieure und Architekten werden mittlerweile von vielen Fachkräften unterstützt. Nur die Planung von Ein- oder Zweifamilienhäusern erfolgt meist durch einen einzigen Architekten oder Bauingenieur.

Im Hochbau sind natürlich viele Baufirmen tätig. Sie übernehmen oft die Errichtung von Wohn- und von Gewerbeimmobilien, aber auch die Realisierung von Sanierungsmaßnahmen an Bestandsimmobilien.

Wenn sie entsprechende Fachkräfte beschäftigen oder mit diesen kooperieren, können sie auch mit Abbrucharbeiten beauftragt werden. Sinnvoll ist es natürlich dann auch, dieses Unternehmen mit der Errichtung eines neuen Tief- oder Hochbaus zu beauftragen.

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